23.10. - 13.11.2010
Süd-West-Küste und Hochland in drei abwechslungsreichen Wochen


‹ Teil 1 - Hikkaduwa
‹ Teil 2 - Unawatuna
‹ Teil 3 - Talalla
› Teil 5 - Ella
› Teil 6 - Nuwara Eliya
› Teil 7 - Kandy und Colombo

Vom Strandidyll ging die Reise weiter ins Landesinnere. Wir wollten uns den Uda Walawe Nationalpark ansehen - der ist um einiges kleiner (Fläche ca. 308 km²) als der bekannte Yala Nationalpark (Fläche ca. 1500 km²), aber wurde uns als durchaus sehenswert empfohlen.

Unser Fahrer hat uns am Vormittag abgeholt und zuerst zur größten Buddha-Statue Sri Lankas nach Dickwella gebracht. Der sitzende Buddha ist ganze 50 Meter hoch. Um dies noch besser erkennbar zu machen, wurde dahinter ein achtstöckiges Gebäude gebaut.



Auf dem Gelände gibt es auch noch weitere Gebäude mit Figuren und Malereien, die vom Leben Buddha's erzählen. Ich bin kein großer Fan davon, in Tempeln zu fotografieren - auch, wenn es erlaubt ist. Deshalb gibt es davon nicht viele Bilder.



Ein älterer Mann ließ uns auch noch in den ganz alten Museumsteil.
Gehe immer auf das Licht zu! Siehst Du das Licht? ... Wenn man nur das Licht sieht, ist es nur halb so gruselig, wenn man an die Wände schaut wird einem schon ein wenig mulmiger zumute.



Dort wurden anschaulich die Sünden beschrieben, die man wohl besser nicht begehen sollte. Denn sonst passiert vielleicht sowas:



Oder es wird zur Feier des Tages ein Süppchen gekocht und Du bist auch eingeladen... als Hauptzutat.



Wir haben es allerdings heile wieder heraus geschafft.
Auf der Weiterfahrt in Richtung Uda Walawe kamen wir an wunderschönen Landschaften mit Reisfeldern vorbei...



- begleitet von einer gemächlichen Wasserbüffel-Parade -



...und haben sogar possierliche Tierchen beim "Abhängen" beobachten können. Big ones!




In Uda Walawe haben wir das erste Gasthaus genommen, das auf der Straße in Richtung Nationalpark auftauchte - "Uda Walawe Park View". Es war günstig (7 USD/Nacht) und unser Fahrer kannte wohl die Leute dort, wir wollten sowieso nur eine Nacht verweilen (genau genommen eine halbe - Weckzeit halb 5!!) und außerdem hatten wir Hunger.

Wir haben uns mit gebratenem Gemüsereis gestärkt und wollten dann eigentlich zu einem Elefantenweisenhaus fahren. Der Regen hat uns aber leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und so haben wir den Nachmittag und Abend auf unserer Veranda mit dem einen oder anderen "Lion" verbracht und von unserem Fahrer Kelum Rechen-Tricks gelernt, bis es Abendessen gab: gebackene Stücke von einem Süßwasserfisch und Salat. Lecker!



Nachdem ich mit der größten Kakerlake ever auf dem Klo Freundschaft geschlossen hatte (sie wollte mir trotzdem nicht ihren Namen verraten... das ist eine exklusive Information nur für Kerstin ;-) ) haben wir eine unruhige Nacht in unserem Meru Moskitozelt verbracht.



Dieses Zelt ist einfach immer wieder toll. Man hat seinen eigenen Matratzenbezug dabei und ist gleichzeitig vor allerlei Beissgetier sicher. Von der romantischen Campingathmosphäre mal ganz abgesehen. (Auf dem Zimmer-Foto war es schon wieder abgebaut. Aber hier gibt es Infos dazu: globetrotter.de)



Nachdem wir das 3. Mal dachten, das Gebell der Wachhunde wäre unser Wecker, hat es dann wirklich gebimmelt und wir mussten aufstehen. Es war noch dunkel, es war frisch und feucht. Und wir waren alle richtig gut drauf. Unser Safari-Jeepfahrer auch - er hatte verschlafen und somit fiel unser Schwarztee mit Milch und Zucker als Wachmacher aus, denn wir hatten es eilig.



Auf den Bänken auf der Ladefläche des Pickup sitzed rasten wir über die ruckelige Straße in Richtung Nationalpark. Kein Schlagloch war vor uns sicher.



Wir zogen die dünnen Jacken näher an Hals und Gesicht, um den kühlen Wind auszusperren und bemühten uns krampfhaft, die Freude an der zweifelsohne schönen Landschaft zu suchen.



Im Park Office wurden die Tickets gekauft und unser Guide stieg zu. Da erhellte sich ziemlich schnell die Stimmung - also meine auf jeden Fall. Ein inspirierender älterer Herr, der wohl in all den Jahren das Feuer nicht aus seinen Augen verloren hatte. Er erzählte, dass er eigentlich schon in Rente sei, aber sein Job ihm all die vielen Jahre so viel Spaß machte, dass er ihn nun ehrenamtlich weiter ausübt. Er kannte jeden Stein auf dem Gelände und konnte von jedem noch so kleinen Vögelchen den Namen nennen - in sämtlichen Sprachen.



Im Uda Walawe Nationalpark begegnet man in erster Linie Elefanten - wie diesem gut gelaunten Dickhäuter hier:



Wir haben sogar ein Rudel mit Jungtier aus nächster Nähe gesehen, was wohl nicht ganz so oft vorkommt.



Außerdem sind wir einigen Waranen, Wasserbüffeln, Kühen und den verschiedensten Vögeln über den Weg gelaufen bzw. im Jeep gefahren.



Am besten machen sich die Pfauen bemerkbar, die mit ihren schrillen Schreien hörbar die Rolle der Dramaqueens unter der Nationalparkbevölkerung einnehmen. Die zwei kleinen Aligatoren, die wir beim Sonnenbad beobachtet hatten, waren davon nicht so angetan und haben uns ihr eindrucksvolles Gebiss gezeigt.

Am besten aber hat mir die Sicht auf den verwunschenen See gefallen, aus dem unzählige abgestorbene Baumstümpfe ragten...



... und ...



... die Ele-A-A-Champignons ;-)

Die Jeepfahrt über unwegsames Gelände hat alle Knochen im Körper neu sortiert. So muss man sich nach einer rasanten Runde in der Waschmaschine fühlen. Wir haben viel gesehen und gelernt und reichlich frische Luft getankt. Die Tour hat für 4 Personen 8600 Rupies (knapp 60 EUR) gekostet.

Im Gasthaus wurden wir schon mit frisch gebackenen Hoppers (eine Art Pfannkuchen aus fermentiertem Reismehlteig mit Kokosmilch und etwas Palmwein), Egg Hoppers (Hoppers mit einem Spiegelei in der Mitte), Marmelade, frischen Früchten und Tee erwartet. Fazit: Wir lieben Hoppers!



Nun war es Zeit, den Eles und Uda Walawe Servus zu sagen und aufzubrechen ins Hochland nach Ella.
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Nach einigen Tagen Strandaufenthalt in Hikkaduwa und Unawatuna waren wir schon schön entspannt. Wir wollten uns noch zwei weitere Tage Ruhe gönnen, bevor es in den Uda Walawe Nationalpark und in Richtung Hochland geht. Uns wurde der kleine, ruhige und abgelegene Strand von Talalla als Empfehlung genannt und so machten wir uns mit ein paar Sightseeing-Abstechern auf dort hin.

Den ersten Stop haben wir bei der Schildkrötenfarm "Sea Turtle Farm & Hatchery" in Habaraduwa eingelegt. Man zahlt 300 Rupien, bekommt dann erzählt, was der Hintergrund der Einrichtung ist und darf sich die Tierchen in ihren Betonbecken anschauen.

Schildkröteneier sind in Sri Lanka wohl eine Spezialität und werden deshalb am Strand eingesammelt, um sie auf dem Markt zu verkaufen. So hat nur wenig Schildkröten-Nachwuchs die Chance, den Weg ins Meer zu finden und der Bestand schrumpft immer mehr. Um dem entgegenzuwirken, bieten Schildkrötenfarmen an, den Marktverkäufern die Eier zu einem höhreren Preis abzunehmen. Sie graben sie auf der Farm wieder in Sand ein und warten, bis die Kleinen ausgeschlüpft sind.



Dann kommen sie in Aufzuchtbecken und wenn sie groß genug sind, werden sie ab einem gewissen Zeitpunkt wieder zurück zum Meer gebracht.



Das hört sich ja eigentlich nach einem sehr noblen Plan an. Ich hatte trotzdem ein komisches Gefühl... Die ganz große Schildkröte sah so traurig aus und hat die ganze Zeit versucht, mit aller Kraft aus dem Becken zu kommen, was sie aber natürlich nicht geschafft hat. Muss man ein ausgewachsenes Tier noch gefangen halten? Auch wenn es zu Schulungszwecken ist? ...



Die Fahrt ging weiter zum Kogalla See, wo wir das Auto durch ein Boot tauschten.



Ungefähr 1,5 Stunden konnten wir vom Wasser aus die Landschaft genießen. An drei kleinen Inselchen hatte wir angelegt. Auf einer davon haben wir einen alten, kleinen, buddhistischen Tempel besichtigt. Eine andere hatte den treffenden Namen "Cinnamon Island - Zimtinsel". Dort wurden wir in die Zimtherstellung eingeführt und konnten frischen Zimttee verkosten.

Zuerst wird die Rinde mit einem Messer abgeschabt.



Die nasse Rinde rollt sich ein. Sie wird in die Sonne zum Trocknen gelegt und verändert ihre Farbe von Grün zu Braun.



In einem großen Mörser können die getrockneten Zimtstücke zerstoßen werden.



Wenn man diese dann durch ein feinmaschiges Sieb schüttelt, bekommt man ganz feines Pulver. Es sieht aus wie man es bei uns aus dem Supermarkt kennt, aber duftet und schmeckt einfach fantastisch intensiv.



Wieder zurück an Land bekamen wir eine Führung durch den angrenzenden Ayurveda-Garten und interessante Erklärungen zu allerlei wild wuchernden Pflanzen. Natürlich wurden auch die gesunden und praktischen Mittelchen angepriesen, die daraus hergestellt werden konnten. Das Schienbein von meinem Freund mußte als Versuchsobjekt für eine extra-gute Enthaarungscreme herhalten. Das Ergebnis war verblüffend! Ich habe mir gleich was davon gekauft, aber mich bisher noch nicht getraut, sie auch zu verwenden ;-)



Zum Abschluß bekam jeder von uns eine viertelstündige Behandlung mit ayurvedischen Ölen und Essenzen. Danach sah man aus wie mariniert, hatte aber gelockerte Muskeln und wollte meeehr! Durchgeführt wurde das Kneten von jungen Herren die die ayurvedische Massagetechnik studieren. Als Entschädigung durfte man ihnen ein Trinkgeld nach Wahl geben.

Von der Massage und einer Tasse Kräutertee frisch gestärkt, sind wir wieder ins Auto gestiegen und weiter nach Dondra gefahren.



Wir haben uns kurz eine Buddha-Statue angesehen und noch ein wenig Verpflegung eingekauft.



Es wurde später Nachmittag und die Sonne begann schon langsam tiefer zu sinken. - Die beste Zeit, um am Meer die berühmten Stelzenfischer zu beobachten. Deshalb machten wir auch dort noch einen Abstecher hin.



Aber Vorsicht! Oft hängen an den besten Sichtpunkten ein paar junge Männer herum, die für's Nichtstun bzw. für die Aussicht gerne ein paar Rupien haben möchten. Und sie können durchaus auch recht hartnäckig werden.

Dann ging es über Stock und Stein einen kleinen unbefestigten Weg entlang nach Talalla zur "Secret Bay". Wir kamen in dem kleinen Resort an und merkten, dass wir die einzigen Gäste waren. Bevor wir uns entschieden hatten, dort zu bleiben, wollten wir zuerst ein wenig die Umgebung erkunden. Nebenan war noch ein größeres Ayurveda-Hotel, das durch eine hohe Mauer und ein schweres Metalltor von der Außenwelt abgegrenzt war. Wir sind hinein gegangen und wollten uns nach den Preisen und Annehmlichkeiten erkundigen, aber es war sehr teuer und man hätte auch eine Ayurveda-Kur machen müssen (macht ja auch Sinn). Dafür waren zwei Tage zu kurz und es waren auch nicht alle aus unserer Gruppe von der Vorstellung so überzeugt ;-)

So sind wir zurück gelaufen zum Secret Bay Hotel und haben uns unsere Bungalows zeigen lassen.



Man hatte ausreichend Platz, einen Ventillator, ein Bad mit Dusche und eine Terrasse mit Liegen zum Faulenzen.



Alle Häuschen liegen um einen sehr schön angelegten Garten mit Palmen und allerlei exotischen Blumen.



Wir wurden herzlich und nett empfangen und haben uns recht bald auf der Dach-Restaurant-Terrasse nieder gelassen, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu bewundern.



Aber zuerst haben noch ein paar junge Männer die massigen weißen Frauen aus dem Ayurveda Hotel beim abendlichen Bad im Meer bewundert, hehe.



Von den vielen Eindrücken des Tages hatten wir großen Hunger und haben uns mit gebratenem Fisch, Kürbis-Curry, Kokos-Sambal, Pappad und Salat verwöhnen lassen, bevor wir in unser Bett gefallen sind.



Am nächsten Tag war mit Ausschlafen nicht zu rechnen. Um 8 Uhr morgens wurden wir vom Brummen und Schrillen einer Kettensäge geweckt - auf dem Grundstück nebenan wurden sämtliche Palmen abgesägt. Wahrscheinlich wird dort ein weiteres Hotel gebaut. Wenigstens gab es dann frische Kokosnüsse... wobei man das sicher auch leiser hätte haben können. Aber der Fortschritt geht am Paradies schließlich auch nicht spurlos vorüber - leider.



Bis zum vorbestellten "sri lankischen Frühstück" hatten wir noch genug Zeit, uns auf der Matratze oder auf der Liege im Garten herumzuwälzen. Aber beim Anblick der Sonne und der Natur wurde man dann trotz allem schnell wach und fröhlich.

Dann wurde unser spätes Frühstück serviert: String Hoppers, gekochte Eier in würziger Currysauce, Dhal (Linsen) und Kokos-Sambal. Ich wäre ein sehr glücklicher Mensch, wenn ich jeden Tag so ein Frühstück kriegen würde. Manche können so etwas wahrscheinlich nicht als erste Mahlzeit essen. ICH KANN!



Die lustigen Bollen aus nudelartigen Fäden sind sozusagen das Brot, mit dem man die Currysaucen isst. Sie bestehen aus einem Reismehlteig, der durch eine siebartige Presse gedrückt und dann gedämpft wird.

Nach einem Nickerchen zum Verdauen hatten wir genug Kraft gesammelt um den nicht zu verachtenden Wellen zu trotzen. Alle ausser mir - ich bin mal wieder richtig schön unterspült worden, aber ein Harter hält's aus, gell :-) Außerdem soll eine Nebenhöhlenspülung mit Meerwasser ja irgendwie gesund sein.

Die Wellen sind nicht so mörderisch wie in Hikkaduwa, aber trotzdem höher als in z.B. Unawatuna. Sie machen richtig Spaß, ohne dass man ständig um sein Leben paddeln muss. Der Strand ist traumhaft einsam - außer uns waren nur noch ein paar wenige Einheimische da, die in der Nähe an ihren Booten herumgewerkelt haben. Aber viel Schatten ist nicht zu finden.



Nach einigen Litern salziger Flüssignahrung bekamen wir am Abend ein ausgedehntes "Rice + Curry" - Gemüsereis, Bohnencurry, Kürbiscurry, Dhal, Fischcurry, Pappad und verschiedene Chutneys und scharfe Sambals...



...und konnten uns auf der Terrasse von Meeresrauschen und einem Gläschen Arrack-Cola in den Schlaf säuseln lassen.



Am nächsten Morgen wollten wir wieder ausgeruht sein, denn die Fahrt ging weiter nach Uda Walawe zur Safari durch den Nationalpark.
23.10. - 13.11.2010
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Mit dem Minivan sind wir durch das verregnete Galle (von den Engländern "Goll" genannt) gefahren und haben Geld gewechselt. In den bisherigen Urlauben hatten wir immer sämtliche Zahlungsmittel dabei. Natürlich eine Kreditkarte, eine EC-Karte - die funktioniert z.B. in Thailand am ATM-Automaten wunderbar - und Traveller Cheques, da sie praktisch und sicher sind. In Sri Lanka hätte man sich die Schecks allerdings sparen können, denn die meisten Banken haben aus den kreativsten Gründen abgelehnt, sie zu wechseln. Wenn man doch Glück hatte, konnte man schon mal eine Stunde in der überfüllten Bank verbringen, bis man seine paar Rupien in den Händen halten durfte. ATM-Automaten waren weit verbreiteter, als erwartet. Dort Geld abzuheben spart viel Zeit und Nerven, ist aber mit Sicherheit auch langweiliger ;-).

Als wir wieder flüssig waren, ging die Fahrt vorbei am Galle Fort, die Küstenstraße weiter in Richtung Süden. Unawatuna sollte unser nächster Ort der Erholung sein. Von unserem "Noch-Guide" (siehe Eintrag Hikkaduwa) wurde uns das Tartaruga als Unterkunft vorgeschlagen. Wir fanden es aber relativ teuer, für das, was geboten wurde.

Die nächsten Zimmer, die wir uns ansahen, waren in einem Gasthaus, deren Betreiber wohl in irgend einer familiären Konstellation zu Neela's stehen - wo wir zuvor übernachtet hatten. Die Zimmer ganz oben waren nett, aber die Treppe hinauf war im Regen mörderisch glatt, es sah recht einsam und verlassen aus (aber ist ja auch noch nicht ganz Hauptsaison) und wir wollten eigentlich näher an's Meer. Langsam kam Hunger auf und wir entschieden uns, ein Gasthaus aus dem Lonely Planet herauszusuchen, um dort als nächstes hin zu fahren. Dort gab es aber keine Zimmer mehr. Also versuchten wir es - schon ein wenig resigniert - genau daneben, im Banana Garden (www.banana-garden.com).

Von der Straße aus sah es nicht sehr spektakulär aus, aber sobald man das offene Restaurant betrat, wurde einem ein alles entschädigender Meerblick geboten. Somit hatten wir unsere neue Unterkunft gefunden.



Mit viel Glück waren gerade zwei nebeneinander liegende, große Zimmer im zweiten Stock frei (vorsicht - auch hier ist die Treppe bei Regen extrem rutschig!). Ein großes Bad, Bett und Balkon mit Meerblick - die Aussicht könnte durchaus schlechter sein!... Das darf einem dann auch 3.000 LKR wert sein.



Draußen war es noch immer am Regnen und Winden, da war ein Sri Lankisches Rice + Curry und eine Tasse Tee genau das Richtige, um von innen zu wärmen. An 30 Grad gewöhnt man sich schnell, aber man fängt das Frieren an, sobald es ein wenig abkühlt.

Es stellte sich heraus, dass der Manager des Banana Garden längere Zeit in Deutschland gelebt hat, die Sprache super beherrscht, einige gute Tipps auf Lager hat und zudem sehr nett und unterhaltsam ist. Er hat uns erstmal zu den schon bestellten Gerichten (Dhal, Gemüsecurry, "Devilled Prawns") noch ein paar weitere zusammengestellt, um uns probieren zu lassen. Da gab es leckeres Curry aus Baby-Jackfruit, eines mit Pilzen und ein Sambol aus getrocknetem Fisch. Den obligatorischen Avocadosalat muss ich wahrscheinlich schon gar nicht mehr erwähnen...



Um den Abend ausklingen zu lassen, sind wir ein Stück weit den Strand runter gelaufen und haben uns auf die Terrasse des "Peacock" gesetzt. Mit einigen Cocktails und Arrack-Cola hat man dort auch recht schnell Freunde gefunden. Die Musik war laut, aber es war auf jeden Fall lustig und nett.

Vom Essen wurde uns eher abgeraten, aber erst nachdem wir es einen Tag später schon ausprobiert hatten. Mein Fisch mit Pommes und Salat war aber voll ok. Die gebratenen Nudeln mit Gemüse waren wohl auch gut, aber die vermeintlichen King Prawns sahen eher wie verhungerter Fischköder aus, die im hintersten Eck des Kühlschranks gefunden wurde. Naja, es kann ja nicht jeder kulinarische Schuss ein Treffer sein...



Die nächsten Tage haben wir schön faul verbracht mit Sonnen, Essen und das Städtchen erkunden.

Im Banana Garden wurde uns der gegenüberliegende Juwelier (Krishan Gem & Jewellers, Peellagoda, Unawatuna, GALLE, Sri Lanka) empfohlen. Da es meist recht anstrengend ist, sich bei einem Juwelier in der Einkaufsmeile über den Tisch ziehen beraten zu lassen, haben wir diesen einfach mal besucht, um zu gucken, ob es dort ähnlich ist. Wir waren sehr positiv überrascht, denn er hatte nicht nur wirklich schöne Schmuckstücke anzubieten, auch die Athmosphäre war sehr entspannt und angenehm. Wir haben ziemlich viel Zeit dort verbracht um uns alles anzusehen und uns zu entscheiden. Den Ring, den ich letztendlich wollte, hat er sogar nochmal in meiner Größe nachgebildet und ich konnte ihn am nächsten Tag abholen. Er passte perfekt und auch die meisten offenen Weihnachtsgeschenke auf der Liste konnten danach abgehakt werden.



Wenn man die Hauptstraße noch etwas weiter rauf ging und irgendwann wieder in Richtung Meer abbog, fand man sich in einem Gewirr kleiner Straßen und Gassen wieder. Links und rechts gab es Stände und Läden für alles, was das Touristenherz begehrt - Kleidung, Postkarten, Schnitzereien. Auch an dem einen oder anderen Gemüse- oder Rotistand kamen wir vorbei. Doch der beste Ort um sich in dieser Ecke niederzulassen ist das South Ceylon Vegetarian Restaurant (southceylonrestaurant.com).

Insgesamt waren wir 3 Mal hintereinander dort. Der Grund dafür ist klar - wir wurden sehr herzlich empfangen, das Essen ist einfach göttlich und auf der Terrasse lässt es sich super entspannen (ausreichend NoBite aber nicht vergessen!).



Als Vorspeise gab es Onion Bhaji (Zwiebelringe im Backteig) mit einem Joghurt-Dip und Guacamole (eine Creme aus den gigantischen Sri Lanka-Avocados und Knoblauch) mit selbst gebackenem Schwarzbrot (noch warm). Dann haben wir uns mit vegetarischem südindischem Essen verwöhnen lassen - Masala Dosa (knuspriger Pfannkuchen aus Linsenmehl mit würzigen Tomaten und Kartoffeln gefüllt) und Uppma (ein Griesgericht mit verschiedenen deftigen Beilagen).



Da es uns dort so gut gefallen hatte und wir vom guten Geschmack der Betreiber fest überzeugt waren, haben wir gefragt, ob sie uns ein Restaurant empfehlen können, wo es gutes Rice + Curry gibt. Daraufhin haben sie uns angeboten, ein Sri Lankisches Abendessen für uns bei ihnen im Restaurant vorzubereiten. Somit hatten wir ein Date für den nächsten Abend.

Ein Date mit Jackfruit-, Ananas- und Kürbiscurry, mit Coconut Sambol, Pappadam und Dhal. Ein Traum... da war mehrmals ein Nachschlag nötig. Zum krönenden Abschluss gab es Schokoladenkuchen, frisch aus dem Ofen, mit warmer Schokosauce und Eis. Die Werbefritzen hatten also Recht - in Sri Lanka findet man tatsächlich das Paradies! :-)




Irgendwann muss man sich auch mal ein wenig bewegen und so beschlossen wir, zu der Dagoba (Buddhistisches Denkmal) am anderen Ende des Strandes zu spazieren, deren Spitze wir vom Balkon immer so schön im Sonnenuntergang sehen konnten.



Doch davor erstmal ein stärkendes Frühstück im Sunil Garden. Das Gasthaus mit Restaurant und Coffee Shop bietet zum Beispiel Köstlichkeiten wie einen Kokos-Shake mit Ingwer, Schoko-Croissants, Sandwiches mit Räucherlachs und Ei und vernünftigen Kaffee.



Das kleine Café ist sehr stilvoll und gemütlich eingerichetet, wie ich finde. Die tollen Holzmöbel haben es mir absolut angetan. Sie verkaufen dort auch hübsch bestickte Batikteile, wie Taschen und Kissenbezüge. Da musste ich für die kleine Tochter meiner Freundin gleich einen mitnehmen.




Teil 2 des Sportprogramms fand am Abend statt. Da wir zu Beginn der Hauptsaison da waren, war der Strand noch nicht völlig von Touristen belagert. Aber Unawatuna ist nicht nur zum Entspannen da, sondern man kann auch ab und an das Tanzbein schwingen. Strandparties werden durch Mundpropaganda und über Flyer beworben, man verpasst also nichts. Wer nach ausgefallenen Musikrichtungen sucht, wird eher enttäuscht sein - die übliche Pop-Hip-Hop-Dance-Mischung ist Standard. Aber es gibt ja noch immer Arrak um sich den Sound schön zu trinken ;-)

Was uns sehr erstaunt hatte war, dass vor allem die TouristINNEN diesen Vorschlag scheinbar sehr ernst nehmen und sich hemmungslos an die anwesenden Sri Lankischen Männer Boys ranschmeissen. Wenn man dann als Europäerin auf einer solchen Party zur Abwechslung weder eng angeschmiegt tanzen, noch andereweitig schmusen möchte, erntet man völlig erstaunte Blicke (nach dem 4. abgewehrten Versuch, wenn vorab genannte Europäerin langsam sauer wird und wild gestikulierend mitteilt, dass sie gleich handgreiflich wird). Also Mädels - passt auf Euren Hintern auf am Partystrand ;-)

Zuerst waren wir beim Cormoran Beach Corner. Der junge Mann, der uns eingeladen hatte war sehr nett und hatte sich total bemüht, die Party schön zu gestalten. Die Tanzfläche war geräumig, das Sandwich gut und man konnte sich am Strand an Tische setzen und einen Cocktail oder ein Bier trinken. Als wir ankamen, waren noch recht wenig Leute da, was uns für ihn leid tat. Hoffentlich kamen später noch mehr.



Die Location nebenan - Kingfisher - war etwas professioneller für eine Party ausgelegt. Mehr Lichteffekte und ein Pavillion mit Sitzkissen. Die Musik war ähnlich und auch die Gesinnung der Jungs und Mädels ;-) Dafür war weniger Platz. Am besten guckt man einfach überall mal hin und schaut, wo es einem am besten gefällt.


Die nächste Fahrt brachte uns ins verschlafene Örtchen Talalla - zwei Tage einsamer Strand und sportliche Wellen.

23.10. - 13.11.2010
Süd-West-Küste und Hochland in drei abwechslungsreichen Wochen

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› Teil 3 - Talalla
› Teil 4 - Uda Walawe
› Teil 5 - Ella
› Teil 6 - Nuwara Eliya
› Teil 7 - Kandy und Colombo

1. Hikkaduwa
Die erste Etappe unserer Reise führte uns an der Küste entlang nach Hikkaduwa. Dieser Ort liegt etwa 3,5 Stunden Autofahrt von der Hauptstadt Colombo entfernt. Wir wollten uns ein wenig akklimatisieren, am Strand entspannen und gut essen. Deshalb haben wir nach etwas Recherche im Internet in "Neela's Guesthouse" ein Zimmer für die ersten Nächte reserviert. Neela's stellt auch einen Abholservice vom Flughafen für 70 USD zur Verfügung. Das ist recht praktisch, wenn man mit müden Gliedern nach dem anstrengenden Flug ankommt. Unser Fahrer war trotz langer Wartezeit noch immer zur Stelle und hat uns sicher zu unserem Ziel gebracht.

Wir wurden herzlich empfangen und in unsere geräumigen, luftigen Zimmer geführt. Das Bett war mit Blüten geschmückt... endlich URLAUB!



Beide Zimmer hatten Meerblick und waren mit einem großen Balkon verbunden (28 USD/Nacht).



Nach einer erfrischenden Dusche haben wir uns erstmal auf die Neela's Restaurant-Terrasse gesetzt. Einer der Kommentare im Netz war nämlich, dass das Essen hier besonders gut sein soll. Und das ist bei der Gasthausauswahl natürlich ein wichtiges Kriterium.

Nach einem Blick auf die Karte schlug mein Herz gleich höher, denn es gab Avocadosalat! Anschließend durfte ich lernen, dass Avocados in Sri Lanka angebaut werden und man sie hier auf jedem Markt bekommt. In Nuwara Eliya habe ich später auf einem dieser Märkte die größte Avocado meines Lebens gesehen. Ich lieeebe Avocados.

In Neela's werden die Avocadostücke zusammen mit Tomaten-, Gurken- und kleinen Zwiebelwürfeln in einem Zitronendressing serviert. Oder man nimmt Avocado pur mit kleinen Shrimps. Dazu schmeckt frisch frittiertes Pappadam - knusprige Cracker aus Linsenmehl.

Ebenfalls eine interessante Salatkombination ist Folgende: Gewürfelte Mango, Banane, Ananas und Tomate mit Karotten- und Weißkohlstreifen in einer Marinade aus Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Wer hätte gedacht, daß so viel süßes Obst so gut in einen Salat passt. Das war schon mal ein guter Anfang!



Ein weiteres Highlight, das uns noch den ganzen Urlaub begleiten sollte, war Coconut-Sambal: frische Kokosraspel, scharf angemacht mit Chili, Zitronensaft, Salz sowie fein geschnittenen Tomaten und Zwiebeln. Da kann man sich glatt reinlegen. Sambals sind unter anderem Bestandteil des traditionellen "Rice + Curry", aber man kann sie eigentlich zu allem als Beilage essen. Nach der zweiten Portion haben wir gemerkt, dass wir für den Rest unseres Lebens nicht mehr ohne diese Geschmackssensation leben wollen und haben schüchtern in der Küche angefragt, ob uns jemand zeigen könne, wie es zubereitet wird. Jetzt haben wir das Rezept, das ich Euch natürlich nicht vorenthalten will :-) -> Rezept für Coconut Sambal



Das Meer in Hikkaduwa war ziemlich reissend zu dieser Jahreszeit und vom Strand war nur ein schmaler Streifen Sand zu sehen. Wenn man sich doch ins Wasser getraut hat, war das relativ anstrengend, da man die meiste Zeit mit Überleben beschäftigt war. Sri Lanka ist ja zudem für seine gefährlichen Strömungen bekannt, da sollte man auf jeden Fall Acht geben. Für erfahrene Surfer sind diese Wellen aber sicher toll. Und ein paar Wochen später sollte sich das Wasser auch wieder beruhigen und mehr Strand zum Vorschein bringen.

Auf der Terrasse konnte man es trotzdem gut aushalten, wir hatten, bis auf den Abreisetage, Sonnenschein.



Dort haben wir gemütlich unsere Zeit verbracht, gelesen, Spiele gespielt, oder ein erfrischendes Lion-Bier bei Sonnenuntergang getrunken.



Außerdem mussten wir auf jeden Fall noch mehr Einträge auf der Speisekarte ausprobieren, zum Beispiel:


- als Snack ein knusprig geröstetes Weißbrot, belegt mit Tomatenscheiben, roten Zwiebelringen und reichlich kross-goldbraun angerösteten Knoblauchscheiben ( <3 ) oder ein Club Sandwich

- für reichlich Feuer auf der Zunge ein Knoblauch- oder Gemüsecurry (extra-spicy wünschen)



- Köstlichkeiten aus dem Meer: Gebratene Jumbo Prawns mit viel Knoblauch und Kräutern, dazu Salat; Mullet Fish mit Knoblauch-Limetten-Kräutermarinade und gedämpftem Gemüse oder Calamari in würziger Sauce




Zum Frühstück kann ich wärmstens einen Pfannkuchen mit Honig oder ein Sri Lanka Omlett mit Zwiebeln, Tomaten, Curryblättern und vielen grünen Chilischeiben empfehlen. Dazu einen Milchtee mit Zimt, Kardamom und Ingwer und einen exotischen Fruchtsaft. Ein perfekter Start in den Tag.



Wenn man ein wenig herumlaufen möchte, kann man mit dem Tuktuk in den Ortskern fahren und durch die Läden bummeln. Man findet luftige Kleidung, Saris und Stoffe, Schneidereien, Handicraft-Artikel, Bücher und Souveniers. Die Ladenbesitzer sind meist sehr nett und lassen hart aber herzlich mit sich handeln. Die hübschen Patchwork-Stoffdecken sollte man sich nicht entgehen lassen.



Besondere Vorsicht sollte man jedoch auf der Galle Road walten lassen, die von Colombo aus mitten durch Hikkaduwa führt und an der sich jegliches Geschäftsleben abspielt. Der Verkehr dort ist nicht ungefährlich und die großen Busse rasen in einem halsbrecherischen Tempo an. Sogar der Reiseführer warnt, man solle vor allem nach Arrack-Konsum lieber nicht mehr versuchen, diese Hauptverkehrsader zu überqueren.

Arrack wird aus dem Saft von Kokospalmenblüten gebrannt und hat um die 33% Alkohol (ausser der doppelt gebrannte, der hat um die 50%). Er riecht ein wenig nach Klebstoff, schmeckt aber gar nicht übel auf Eis oder mit Cola. Wer einmal zu viel davon erwisch hat, weiss nicht nur einen ordentlichen Schwipps, sondern auch eine undefinierbare, leicht psychedelische Wirkung zu berichten. Vorausgesetzt, man erinnert sich noch dran ;)



Sehr gemütlich kann man dieses, aber auch auch weniger berauschende Getränke in der Top Secret-Bar nebenan zu sich nehmen. Dort kann man sich auf Sitzkissen unter schummrigen Lampen niederlassen, die Beine ausstrecken und sich sowohl mit Reisenden als auch Einheimischen bis spät in die Nacht verquatschen.



Das Einzige, das unser positives Bild etwas getrübt hatte, war der Guide, der uns im Neela's empfohlen wurde. Wir wollten eigentlich eine Tour in den Yala Nationalpark mit ihm machen, haben aber eine Etappe vorher wieder abgesagt, da uns seine Preispolitik nicht ganz koscher vorkam. Auf gut Deutsch, er hat uns schon auf der ersten, kurzen Strecke viel zu viel Geld aus der Tasche gezogen, obwohl das so gar nicht besprochen war. Auf sowas kann man dann auch gut verzichten.

Aber sonst haben wir uns in "Neela's" sehr wohl gefühlt.

Neelas Guest House
634 Galle Road
Narigama, Hikkaduwa,
Sri Lanka

E-Mail: neelas_sl@hotmail.com
Telefon: 0094-91-4383166
Web: neelasguesthouse.com


Weiter geht es bald mit Strand Nr. 2 auf unserer Tour: Unawatuna :-)
Das haben wir am Sonntag geschafft. Am Samstag mußte ich arbeiten, also wollten wir den Sonntag richtig ausnutzen, obwohl das Wetter nicht so schön und warm war. Aber der Hunger hat uns raus getrieben - und das sogar (für unsere Verhältnisse) relativ früh!

Der erste Weg war mit dem Fahrrad an der Isar entlang zum Japanfest. Das findet ein Mal im Jahr im Englischen Garten statt (in der Nähe der Surfwelle beim Haus der Kunst und dem Teehaus) und ich freu mich jedes Mal wieder drauf. Kaum waren wir dort angekommen, kam tatsächlich die Sonne raus.



Und in die selbige setzten wir uns nach einigem Warten in der Schlange - bestückt mit:

- einer Bentobox - das ist eine japanische "Brotzeit"-Box - in diesem Fall mit California- und Thunfischsalat-Makis; Tamagoyaki - japanisches, gerolltes Omelette; gebratenem Huhn; Gyoza - auf einer Seite knusprig angebratene, gefüllte Teigtaschen; Wantan; Mini-Frühlingsrollen

- zwei Onigiri - mit einem Algenblatt umwickeltes Reisbällchen, eins mit gekochtem Lachs und eins mit Umeboshi (salzig eingelegte, saure Frucht, die bei uns oft als Pflaume bezeichnet wird, aber wohl eigentlich eher zu der Art der Aprikosen gehört) gefüllt

- 9 gedämpften Teigbällchen mit Oktopus gefüllt

- 1 leider nicht japanisches Bier

- 1 Ramune - japanische Brause/Limonade mit nicht definierbarem, lustigem Geschmack

- 2 mit süßer, roter Bohnenpaste gefüllte Sesambällchen und 1 mit süßer, roter Bohnenpaste gefüllte Waffel




Lecker! Da spannt die Bauchdecke! :-) Ein bißchen Bewegung mußte her... beim Spaziergang über das Fest mit all seinen Buden und Vorführungen.

Beim Stand von Midori Tee habe ich ein Stamperl Grünen Tee verkostet. Der Tee namens Genmaicha (genmai = brauner Reis, cha = Tee) war mit geröstetem Reis und Matcha-Pulver (Grünteepulver) veredelt und wirklich lecker. Beim letzten Besuch im Nomiya habe ich mich in diese röstaromenreiche Teevariante verliebt. Gut für mich, daß es auf dem Fest einen Gutschein für kostenlosen Versand bei Midori Tee gab. Ich hab am Abend natürlich gleich bestellt...

Danach durften wir uns beim nächsten Stand einen Zettel mit einem japanischen Orakel ziehen. Wenn das Vorhergesagte gut ist, kann man den Zettel behalten. Wenn es nicht so gut ist, soll man den Zettel an eine Leine knoten und die schlechte Weissagung damit loswerden. Ich hatte Schwein:



Nur das mit dem "gemäßigt" Leben muß ich glaub ich noch üben... Aus einer Schüttelbox konnte man sich noch seine Glücksfarbe herausschütteln. Das Stäbchen, das nach meiner Schüttelei aus dem kleinen Loch kam war Gelb. Naja, Gelb ist schließlich fast Orange, gell ;-)

Beim Teehaus wurden schon Karten für die Teezeremonie verteilt. Leider waren wir auch diesmal etwas spät dran. Irgendwann schaffen wir es nochmal, da bin ich zuversichtlich, denn interessieren würde es mich schon sehr. Am See vor dem Teehaus war modernes Ikebana (japanische Floristikkunst) ausgestellt. Einige Arrangements hatten - denke ich - das Thema Umweltbedrohung:



Das Teehaus ist übrigens mein absolutes Traumhaus. So wunderschön, voll Ruhe und Idylle - und das mitten in München. Dort wohnen und jemanden, der mir jeden morgen meine Bento Box lecker füllt - das wär was...

Als wir ein wenig herumgeschlendert waren und uns alles angesehen hatten, wollten wir weiter. Kultur muß sein, deshalb haben wir uns das neu gebaute Museum Brandhorst angesehen. Von außen sieht das Gebäude schon recht lustig aus - und vor allem Bunt. Innen geht es ähnlich zu...



Mit vielem konnte ich nicht so wahnsinnig viel anfangen - das war mir dann doch zu abstrakt. Aber die Werke von Sigmar Polke haben mir richtig gut gefallen. Und natürlich Warhol!

Nach so viel Bunt und Herumlauferei brauchten wir ein Päuschen mit einem in Erdtönen gehaltenen Dessert - Tartufo Eisbecher und Kaffee im Adria (Türkenstraße 59, München). Da wurden bei meinem Schatz Kindheitserinnerungen wach, denn das Cafe gibt es wohl schon seeehr sehr lange. Bei mir wurden nach dem Tartufo dazu noch Erinnerungen wach, daß wir vorhin schon so viel gegessen hatten *platz*.




Ich hatte fast noch Lust, zum Tollwood zu radeln, aber der lange Weg zurück nach Hause hat uns dann doch davon abgehalten. Stattdessen sind wir über die Leopoldstraße und den Odeonsplatz, durch die Innenstadt in Richtung Marienplatz gefahren. Auf dem Odeonsplatz war gerade die Probe für "Klassik am Odeonsplatz", das am Abend stattfinden sollte - ein Open-Air Klassik-Konzert. Es sind schon sehr viele herausgeputzte Leute dort hin geströmt, als wir durch fuhren.



Am Marienplatz ist uns eingefallen, daß ja Christopher Street Day ist bzw. war! Dort war eine große Bühne und einige Grill- und Getränkestände aufgebaut und scheinbar gerade die Prämierung des Gewinners des High Heel-Rennens zugange. Bei so viel gut gelauntem Partyvolk haben wir uns noch auf einen Absacker dazugesellt.



Das war ein schöner Sonntag :-)
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